Workflow
Videos schneiden mit Claude Code und Remotion
So schneide ich meine Reels: Claude Code schreibt den Schnitt als Code, Remotion macht daraus das Video. Mit Untertiteln, Effekten und dem Prompt zum Starten.
Stand: September 2026
Was du brauchst
Ich schneide meine Reels nicht mehr in einer Schnitt-App. Ich sage Claude Code, was passieren soll, und Remotion baut daraus das Video. Remotion beschreibt ein Video als Code, deshalb kann Claude es genauso bearbeiten wie eine Website. Alles läuft auf deinem Rechner, ohne Upload und ohne Konto.
- Claude Code ab dem Pro-Plan
- Node.js auf deinem Rechner
- Einen Rohclip, zum Beispiel direkt vom iPhone im Hochformat
Zur Lizenz: Remotion ist kostenlos für Einzelpersonen, gemeinnützige Organisationen und Firmen mit bis zu drei Mitarbeitern, auch für kommerzielle Videos. Größere Firmen brauchen eine Firmenlizenz. Die genauen Bedingungen stehen in der Lizenz von Remotion.
1. Projekt anlegen
Im Terminal legst du ein neues Remotion-Projekt an. Danach startet npm run dev das Studio im Browser, dort siehst du jede Änderung sofort.
npx create-video@latest
Dann gibst du Claude das Wissen, wie man mit Remotion richtig arbeitet. Remotion stellt dafür eigene Skills bereit.
npx skills add remotion-dev/skills
2. Untertitel automatisch
Den Ton lasse ich lokal mit Whisper abschreiben. Remotion bringt dafür ein eigenes Paket mit, Claude richtet es ein.
- Whisper liefert Silben, keine Wörter. Lass Claude sie zu Wörtern zusammensetzen, sonst leuchtet beim Hervorheben nur eine halbe Silbe.
- Produktnamen kennt Whisper nicht. Aus „Claude Design“ wird schnell „Clot Design“. Die Korrekturen gehören in eine eigene Liste im Projekt, dann überleben sie jedes neue Transkript.
- Nimm bei deutschen Clips das mehrsprachige Modell, nicht die englische Variante.
3. Schnitte messen statt schätzen
Die meisten Effekte sitzen an einem Schnitt: eine Kamerafahrt, ein kurzes Geräusch. Wenn Claude die Schnitte nur schätzt, setzt der Effekt mitten in der Szene ein, und das sieht man sofort. Deshalb lasse ich die Schnitte im Clip messen. Genauso lasse ich suchen, in welcher Sekunde ein bestimmter Satz fällt, damit ein Effekt genau auf der Aussage sitzt.
4. Meine Bausteine
Einmal gebaut, benutze ich sie in jedem Reel wieder. Jedes Video nimmt sich nur, was es braucht.
Einzeilig, das aktuelle Wort hervorgehoben, in meiner Markenschrift.
Zeigt, wie lange das Reel noch läuft. Hält Leute bis zum Ende.
Ein kurzer Zoom macht harte Schnitte weich.
Logos der Tools, sobald ich sie nenne. Groß genug, dass man sie wirklich sieht.
Wird am Ende angetippt. Die Höhe passe ich pro Video an, damit er nicht auf dem Gesicht liegt.
Whoosh an den Schnitten, ein Klick auf den Knopf. Die Sounds kommen aus den Sound Effects von ElevenLabs.
5. Der Prompt zum Starten
Damit kannst du direkt loslegen. Leg deinen Clip vorher als public/clip.mp4 ins Projekt.
Ich habe einen Rohclip im Hochformat unter public/clip.mp4. Mach daraus ein Reel mit Remotion: 1. Transkribiere den Ton lokal mit Whisper und zeig mir die Untertitel wortweise, groß und einzeilig im unteren Drittel. Das aktuelle Wort wird hervorgehoben. 2. Miss die harten Schnitte im Clip, statt sie zu schätzen, und setz an jeden Schnitt eine kurze Kamerafahrt. 3. Oben ein dünner Fortschrittsbalken über die ganze Länge. 4. Halte die Bereiche frei, in denen Instagram seine Knöpfe über das Video legt. 5. Render mir zuerst ein Einzelbild zum Prüfen, bevor du das ganze Video renderst.
Geprüft wird immer erst ein Einzelbild, dann das ganze Video:
npx remotion still MeinReel out/pruefen.png --frame=120
npx remotion render MeinReel out/reel.mp4
MeinReel ersetzt du durch den Namen deiner Komposition, den du links im Studio siehst.
Meine Learnings
- Sperrzonen freihalten. Instagram legt rechts und unten Knöpfe über das Video. Lass Claude diese Bereiche im Studio rot markieren, beim Rendern verschwinden sie wieder.
- Untertitel einzeilig halten. Eine zweite Zeile schiebt den Text bei jedem Seitenwechsel nach unten, das springt.
- Nicht zu viel gleichzeitig rendern. Bricht der Render mit einer Meldung über eine Schrift ab, ist meist der Rechner überlastet, nicht die Schrift. Weniger parallele Durchgänge helfen.
- Schriften prüfen. Viele Display-Schriften haben weder Emojis noch das Euro-Zeichen. Dann steht dort ein Kästchen.
- Keinen Effekt doppeln, den der Clip schon zeigt, zum Beispiel einen eingebrannten Hook.
- Einblendungen nicht zaghaft. Bei einem langen Reel geht ein kleines Zeichen unter. Lieber größer und ein paar Sekunden länger stehen lassen.
Wie das Ergebnis aussieht, siehst du in meinem Reel „An alle, die CapCut nutzen“ auf Instagram.